Neues von Kaddi

Vierter documenta-Besuch und erstes Fazit

Verfasst von: Kaddi in: 14. Juli 2007

Vor einer Woche war ich beim Schloss Wilhelmshöhe und ich berichte erst jetzt darüber, weil ich mich die ganze Zeit gefragt habe, ob ich Schuld daran bin, dass der Besuch so enttäuschend war oder ob es wirklich blöd war. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass es zweiteres ist. :mrgreen:

Das Schloss Wilhelmshöhe liegt ja nun nicht unbedingt um die Ecke und so musste ich eine ganze Weile fahren bis ich da war. An der Endstation Wilhelmshöhe hatte die KVG schon jemanden postiert, der den documenta-Besuchern den rechten Weg zeigen sollte. Ich merkte schnell, dass hinter mir als Einheimische die Verfolgung aufgenommen wurde. ;)

Ja, und dann merkte ich wieder, warum ich nicht gerade oft von unten zum Schloss Wilhelmshöhe gehe: Die Steigung! Na ja, nun sind die Waden wieder ein bisschen kräftiger. :lol:

Als Erstes schaute ich mir die Reisterrassen an, die am Fuße des Schlosses sind. Die trocken gelegten Pflänzchen waren noch zu sehen, aber alles in allem sah es auch nicht so spektakulär aus. Eher wie gewollt und nicht gekonnt. Und so war’s ja auch! :D

Dann kraxelte ich rechts am matschigen Hang hoch zum Schloss. Ich warf noch einen kurzen Blick zum Herkules und schon zückte ich meine documenta-Dauerkarte und wandelte durch das Schloss. Ziemlich schnell war ich gefrustet. Es sah alles aus wie immer: Massen von alten Schinken! Aber dann fand ich das erste documenta-Kunstwerk! Es handelte sich um einen asiatischen Künstler, der Bilder in unscharf gemalt hatte. Das gefiel mir sehr gut. Dann ging ich weiter und weiter und es wollten einfach keine documenta-Kunstwerke mehr folgen. Ach nein, so etwa 5-6 kamen doch noch! Das war’s!

Man hat gesehen, dass viele Leute nur durchs Schloss irrten und die documenta-Werke suchten. Ich hätte auch besser meinen Plan mitnehmen und gucken sollen, wo sich was befindet. Dann hätte ich mir so einige 100 Bilder mit nackten drallen Damen und kitschigen Stillleben erspart. Na gut, hat man das auch mal wieder gesehen!

Im Endeffekt sollten sich die Reisterrassen doch noch als das Highlight des documenta-Standortes Schloss Wilhelmshöhe entpuppen.

Nun habe ich also alle Standorte der documenta 12 gesehen. Das Fridericianum und die Neue Galerie haben mir mit Abstand am besten gefallen, wobei ich jetzt nicht sagen könnte, welches das bessere von beiden war. Die beiden Ausstellungsorte waren echt perfekt. Vom Ambiente und von den Kunstwerken.

Mit recht weitem Abstand kommt dann der Auepavillon. Da hat mich schon mal gestört, dass man sich wie in einem riesigen Gewächshaus fühlt. Es sah nicht besonders toll aus, dass schon mal die Verstrebungen, die das Dach des Pavillons stützen, quer über ein Kunstwerk verlaufen. Die Folien, die unter der Decke und an den Seiten hängen, damit es nicht noch heißer da drinnen wird, haben auch nicht gerade zur Verschönerung beigetragen. Außerdem gibt es im Auepavillon nicht so wirklich einen Rundgang. Man muss immer mal zur Seite abbiegen und dann wieder zurückkehren. Da ist man sich nicht sicher, ob man auch alles gesehen hat. Bei den Kunstwerken waren schon einige Highlights dabei, aber sie werden vom schlechten Ambiente überschattet.

Auf dem folgenden Platz kommt die documenta-Halle. Hier gab es wirklich tolle Sachen zu sehen, aber da die documenta-Halle praktisch nur ein nicht allzu großer Raum ist, war alles eng zusammengepfercht und die Besucher schoben sich regelrecht durch den Raum. Man konnte nicht wirklich kurz allein vor einem Kunstwerk stehen und es in seinem vollen Ausmaß betrachten, wie es bei anderen documenta-Standorten möglich ist.

Sehr weit abgeschlagen folgt dann das Schloss Wilhelmshöhe. Warum das so ist, habe ich ja eingangs erläutert.

Nächste Woche werde ich mir nochmal etwas Gutes tun und das Fridericianum und die Neue Galerie besichtigen. :)

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